Archiv für 29. April 2015

Auch der Versand bei Accende ist CO2 neutral

Im Verlauf des vergangenen Jahres haben wir Mithilfe der pro-clima-Zuschläge der CH Post auf Post- und Paketsendungen von Accende insgesamt 420 Kg CO₂ kompensiert. Dies ist natürlich ein kleiner Wert, kommt aber zu den 18 Tonnen welche wir für unsere Glühbirnen kompensieren, dazu. Wir als kleiner Versender werden dies natürlich auch bei wachsendem Versandaufkommen weiterführen. Es liegt also an Ihnen, wie viel CO₂ wir im nächsten Jahr kompensieren werden.

Die gesamten Einmahmen aus dem pro-clima-Versand werden 2014 in ein nationales und ein internationales Kompensationsprojekt investiert. Beim nationalen Projekt handelt es sich um die Produktion von Ökostrom aus Biogas von Schweizer Bauernhöfen. Dazu wird Methan in gasdichten Behältern gesammelt, um damit anschliessend in einem Blockheizkraftwerk Ökostrom zu produzieren. Beim internationalen Projekt werden kleine Biogasanlagen in Kambodscha aufgebaut. Diese bieten auf dem Land lebende Familien einen sauberen Brennstoff zum Kochen und Gas für die Beleuchtung an und schonen das immer knapper werdende Holz, welches durch die Rodung von Regenwäldern geschlagen wird. Es sorgt für rauchfreie Küchen, mindert Gesundheitsprobleme und liefert fruchtbare Gülle, welche für die Landwirtschaft genutzt wird.

 

Weitere Informationen über den pro-clima-Versand und die unterstützten Projekte erfahren Sie auf der Homepage der Schweizerischen Post.

CO2_Accende

Besuch der Euroluce 2015 in Mailand

Mailand hat seit 2006 mit dem Messegelände Fiera Milano Rho das grösste Messegelände weltweit mit mehr als 2 Mio m² Freifläche und einer Ausstellungsfläche von 345.000 m² aufgeteilt in 8 grossen Doppelhallen! In diesen fand vom 14.04.2015 – 19.04.2015 der „Salone del Mobile“, die Mailänder Möbelmesse für Fachbesucher statt. Gast des Salone del Mobile ist im Zweijahresrhythmus jeweils auch die Euroluce, die europäische Licht- und Designausstellung. Diese besetzt zwei dieser mehrere Fussballfelder grossen Hallen. Auf einer Fläche von 38‘151 m² zeigten 289 Aussteller aus dem Bereich Licht und Design ihre jeweils neuesten Kreationen und Entwürfe.

Der Besuch dieser Ausstellung war für uns einfach überwältigend. Angereist war fast die gesamte Belegschaft von Accende, welche ja bekanntermassen etwas limitiert und nur aus drei Personen besteht. Im Jahr 2013, dem letzten Mal der beiden gemeinsamen Ausstellungen, hatte die Messe über 300’000 Besucher. Wie man hört, sollen es dieses Jahr noch mehr sein. Bereits am Vorabend der Ausstellung „brummte“ Mailand in Vorahnung der Ausstellung wie ein Bienenhaus. Im Designviertel von Mailand, dem Quartier Brera wo sich zahlreiche Bekannte und auch (noch) weniger Bekannte Designer niedergelassen haben, waren die Strassen überfüllt. Praktisch überall standen vor Ateliers, Galerien und improvisierten Ausstellungsräumen Menschentrauben mit einem Glas Sekt, Weisswein oder einem „Aperitif“ in der Hand. Die neuesten Designkreationen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Möbel & Accessoires, Leuchten und Kunst waren mit viel Licht und Musik in Szene gesetzt. Sich da unter die Menschen zu mischen, war für uns schon fast eine heilige Pflicht.

Am nächsten Tag, der später anfing wie geplant, ging es mit der Metro zur Ausstellung auf das neue Gelände Fiera Milano Rho. Die neu bis zur Messe verlängerte Metrolinie M1 drohte aus allen Nähten zu Platzen. Praktisch an allen Haltestellen der Metro stiegen weitere Besucher der Messe zu. Im rhythmischen 7-Minutentakt pumpte die Metro jeweils Tausende von neuen Besuchermassen auf das Messegelände. Wir steuerten durch den vom römischen Architekten Massimiliano Fuksas geplanten doppelstöckigen breiten Besucherzugang aus Stahl und Glas, die beiden letzten grossen Doppelhallen an, wo die Euroluce 2015 in diesem Jahr stattfand. Auch diese grossen Hallen waren an diesem Morgen bereits gut mit Besuchenden aus aller Welt gefüllt.

Die neusten Lampen und Lichtkreationen der Aussteller waren auf den Messepavillons künstlerisch gut inszeniert. Einige spielten mit der Transparenz Ihrer Pavillons, andere waren abgeriegelt wie kleine „Trutzburgen“ und boten nur an wenigen Eingängen Zugang. Versammelt war hier alles, was im Licht und Designbereich einen Namen hatte. Von A wie Artemide über F wie Flos, Ingo Maurer bis Z wie Zumtobel. Was hier für nur wenige Tage aufgebaut wurde, ist einfach erstaunlich. Ganze Catering und Gastronomiebereiche mit Getränke und sogar Küchen waren für die Fachbesucher und Einkäufer aufgestellt. Alle Aussteller zeigten sich von Ihrer besten Seite und scheuten keine Kosten und Mühe Ihre besten Kreationen zu inszenieren.

Die Trends im Lichtbereich sind gesetzt. Schön ist, dass auch thermisches Licht mit den dekorativen Glühwendellampen dabei wieder eine grosse Rolle spielt. Es war hier nämlich auch konzentriert die Probleme mancher LED, die mit Ihrem elektronisch gepulsten Licht (Pulsweitenmodulation) im für Menschen nicht sichtbaren Bereich hochfrequent flackern, zu beobachten. Zu sehen ist das für das menschliche Auge nicht, für unsere Kamerasensoren jedoch schon. Für empfindliche Menschen ist dies ebenso störend wie es auch problematisch ist. Das hässliche Gaslicht der Fluoreszenzlampen, dazu gehören auch die Energiesparlampen, ist praktisch an keinem der Ausstellungsstände ein Thema. Vereinzelt gab es bereits Vorboten einer neuen Generation von Licht, die neuartigen OLED (organic light emitting diode) Elemente zu sehen. Diese werden als ganze Elemente flächig verbaut und besitzen nur eine geringe Bauhöhe von wenigen mm. Damit werden ganz neuartige Leuchtelemente und Lampen ermöglicht. Zurzeit ist die Lichtausbeute und Lebensdauer dieser OLED noch limitiert, doch die Zukunft wird zeigen, wohin mit ihnen die Reise gehen wird und wo bei ihnen allenfalls weitere Probleme bestehen werden. Wir hatten hier über die Zeit unseres Besuches einige tolle Kontakte und Ideen gesammelt und werden sicher das eine oder andere für Accende in den kommenden Monaten weiterverfolgen.

photo274188045458188262 (1)

photo274188045458188274

photo274188045458188273

photo274188045458188272

photo274188045458188268

photo274188045458188269photo274188045458188261photo274188045458188267 photo274188045458188266 photo274188045458188263 photo274188045458188260 photo274188045458188270photo274188045458188281photo274188045458188259 photo274188045458188258 photo274188045458188282photo274188045458188255photo274188045458188277 photo274188045458188276 photo274188045458188275photo274188045458188288 photo274188045458188285 photo274188045458188284 photo274188045458188283 photo274188045458188265 photo274188045458188256

 

Glühlampen „Made in Switzerland“

Haben Sie gewusst, dass in der Schweiz eine der letzten verbliebenen Glühlampenmanufakturen in Europa steht? Mit der EU Effizienz Verordnung (244/2009) war absehbar, dass dieses Industrieprodukt mit Tradition Aussterben wird. Den durch das europäische Parlament abgesegneten Kahlschlag überlebten nur wenige, vormals kleine Produzenten. Ein Produzent blieb in Deutschland, einer in Schweden, einer in der Schweiz zurück. Die Arbeitsplätze wanderten nach Fernost ab, die Nachfolger der Glühlampe werden fast ausnahmslos in China produziert. Doch ähnlich wie die Schallplatte welche die CD überleben wird, werden auch Glühlampen ihre vermeintlich moderneren Nachfolger überleben. Zu klein sind deren Vorteile, zu gross wiegen die Nachteile. Licht ist eben nicht gleich Licht.

Dies ist jedoch eine andere Geschichte und wird ein andermal erzählt werden. Hier wird es um die Produktion traditioneller Glühlampen gehen. Wir nähern uns an diesem verregneten Aprilnachmittag von der Autobahn kommend, dem vierstöckigen älteren und unscheinbaren Industriegebäude am Rande des schönen Zugersee. Hier ist sie also, einer der letzten Produktionen von Glühlampen in Europa. Nicht nur herkömmliche Glühlampen werden hier von Hand produziert, auch die dekorativen Kohlenfadenlampen von Accende, sowie Bahn- und Sicherheitslampen, werden von hier aus nach ganz Europa verschickt. Man lebt in der Nische, welche die grossen Produzenten mit ihrem brüsken Produktionsstop der thermischen Lampen hinterliessen.

Alle Glühlampen sind gleich aufgebaut und bestehen aus einem Glas-Sockel, Elektroden, einem hochvergütetem Wolfram-Wendel, einem Glas-Kolben und dem Messingsockel. Auf den folgenden Bildern ist zu sehen, wie die Glaskolben in ihre endgültige Form gebracht und der Kolben mit der Fassung verbunden wird. Verwendet wird ein Spezialzement, welcher den Kolben luftdicht abdichtet. Alle Lampen aus der Produktion werden vor der Auslieferung auf einer Teststation geprüft. Zuerst nur mit leichter Spannung, dann mit Überspannung. Nach ein paar Tagen wird nochmals getestet, ob der Kolben dicht ist, oder die Lampen „Luft ziehen“. So können die hohen Qualitätsanforderungen und die Kundenerwartungen in eine Glühlampe „Made in Switzerland“ erfüllt werden.

Zur Fabrikation des Gestells werden die Elektroden auf Halbautomaten eingesetzt und die Wendelhalterungen ins Gestell eingeschmolzen. Mehrere Halterungen sind deshalb sehr wichtig, damit die Glühbirnen stossfest werden, wie dies z.B. bei der Weihnachtsbeleuchtung, den Deluxe- und Deco- Glühlampen oder bei den stossfesten Standard- und Zierlampen notwendig ist. Bei der Produktion wird der Glühlampenwendel von Hand aufgewickelt. Der Drahtdurchmesser der Wendel beträgt dabei nur ein Zehntel eines Menschenhaares! Dies erfordert, bei Toleranzvorgaben von max. +/- 0.5mm, eine gute Fingerfertigkeit, ein geschultes Auge und viel Geduld.
Übrigens sind im Gegensatz zu ihren Brüdern, alle Bestandteile einer Glühbirne schadstofffrei und können ganz normal über den Hausmüll entsorgt werden. Gerne stehen wir zur Verfügung, falls Sie Fragen zu unseren Produkten haben sollten.

 

DSC04598

Das „Innenleben“ der Glühbirne wird zusammengeschmolzen

DSC04597

Das „Filament“ unserer Kohlenfadenlampen wird von Hand aufgerollt.

DSC04595

Teststation: Zuerst wird nur mit leichter Spannung, dann mit Überspannung getestet.

DSC04592

Die Kolben werden mit der Fassung verbunden. Es wird wegen den Temperaturen ein Zement, kein Klebstoff verwendet.

DSC04589

Die Kolben werden in die endgültige Form gebracht.

DSC04590

Nahaufnahme. Alles wird für optimalen Sitz nochmals erhitzt.

DSC04599

Die Glasröhrli für die Stege in der Glühlampe.