Tag Archiv für Glühlampen

Lichterlöschen bei Righi Licht!

Lichterlöschen bei Righi Licht

Was hatten Sie doch gehofft! Sie hatten gehofft, dass das scheinbar Unvermeidliche noch abgewendet werden könnte. Sie hatten gehofft, dass die Schweizer Behörden gesunden Menschenverstand walten lassen würden anstatt dem Druck der EU klein beizugeben. Sie hatten gehofft und gebangt um die Existenz ihres traditionsreichen Kleinunternehmens bis zum Schluss. Doch alles hoffen war vergeblich!

Zusammen mit dem Starkstrominspektorat setzt das Bundesamt für Energie nun die stufenweise eingeführten EU-Regulationen rigoros um. Obwohl die Nachhaltigkeit der LED-RetroFit-Glühbirnen noch zu wenig untersucht ist, wird die EU Effizienzverordnung (244/2009) nun gnadenlos durchgesetzt. Auf Geheiss des BFE ist es Righi Licht ab sofort untersagt, Glühlampen zu verkaufen, welche die Energieeffizienzklasse B nicht erreichen. Für Hans Borner und sein Team bedeutet das das baldige Aus ihrer Righi Licht AG.

Selbstverständlich sind wir von Accende als Lichtanbieter für die Unterstützung nachhaltiger Leuchtmittel. Doch wir sind entschieden gegen Technologieverbote und haben das auch immer wieder lautstark klar gemacht. LED-Licht ist nicht gleichwertig mit thermischem Licht. Konsumenten, denen das wichtig ist, sollten eine Wahl habe. Besonders, weil auch Glühlampen keine starken Energieverbraucher sind. Die wenigen Stunden am Abend fallen im Gesamtenergieverbrauch eines Haushalt nicht ins Gewicht. Aufgrund dieser Argumente sehen wir das Verbot sehr kritisch und bedauern das Vorgehen des Bundesamt für Energie zutiefst.

Wir haben noch traditionelle Glühfadenlampen von Righi Licht und Calex auf Lager und werden diese verkaufen, solange unser Vorrat reicht. Wer sich also noch das schöne, gemütliche Licht sichern möchte, sollte das baldmöglichst tun. Es hät solangs hät.

Eine echte Rarität – die letzte Glühlampenfabrik in Europa

Accende Glühfadenlampe Glühbirne

Vom Aussterben bedroht ist heutzutage auf der Welt bekanntlich vieles. Meistens sind es bedauerlicherweise Lebewesen. Manchmal trifft es aber auch alt-ehrwürdiges Handwerk und Produkte. In unseren Landen hält sich aber trotz aller Widrigkeiten der letzte Betrieb seiner Art in Europa.

1996 übernahm Hans Borner, damals noch in der Funktion des Wirtschaftsprüfers, die angeschlagene Luxram. Er erkannte das Potenzial der Glühbirnen, benannte die Firma in Righi Licht um und verlegte die Produktion von Goldau nach Immensee.

Auch in der heutigen Zeit ist die Glühlampenproduktion grösstenteils Handarbeit. Die haardünnen Wolframfäden müssen sorgfältig manuell aufgewickelt werden. So entstehen bei Righi Licht jährlich rund 350’000 Glühbirnen.

Doch mit der EU-Verordnung Nr. 244/2009, dem Verbot von Glühfadenlampen, drohte das Aus für Righi Licht. Glücklicherweise lassen sich die Vorschriften aber umgehen, indem die Glühbirnen für Privathaushalte als stossfeste Speziallampen deklariert werden. Trotz Verbot ist die Nachfrage nach Glühfadenlampen nämlich ungebrochen. Einerseits wünschen sich Konsumenten das natürliche, warmeLicht der Glühlampen zurück, andererseits sorgen sich nicht wenige wegen der gesundheitlich bedenklichen quecksilberhaltigen Sparlampen.

Hans Borner und seine Tochter Christina Taiana, die vor drei Jahren das Tagesgschäft übernommen hat, halten seit Jahren dem Druck in der Grauzone stand. Sie hoffen, dass das Verbot in naher Zukunft gelockert wird. Solange die regelmässig eintreffenden Bussandrohungen ohne Folgen bleiben, produziert Righi Licht weiter.

Accende führt rund ein Dutzend Modelle der Righi Licht Glühfadenlampen im Sortiment.

Accende investiert auch 2016 in Nachhaltigkeit

Auch 2016 führen wir das erfolgreiche Engagement aus den Vorjahren weiter. In jedem Jahr konnte die Menge des neutralisierten C02 verdoppelt werden. Auch in diesem Jahr führen wir diese Tradition weiter. Es werden für das laufende Jahr 72’000 kWh, das entspricht dem Verbrauch von 500 Glühlampen à 60 Watt (3’000h Lebensdauer) und einem C02 Äquivalent von 36t, neutralisiert.

Damit sind wir der einzige Lampenhändler im ganzen Internet, welcher klimaneutrale Dekorations- und Glühlampen anbietet! Das alles geschieht ohne einen Mehrpreis für unsere Kunden.

Da unsere Glühlampen bekanntlich Strom für den Betrieb nutzen, war uns immer wichtig Projekte zur nachhaltigen Energieerzeugung zu fördern. Dies haben wir auch im Jahr 2016 getan. Das Projekt 2016:

Die ländliche Region Kon Tum nahe der Grenze zu Laos und Kambodscha wird durch zuverlässige und nachhaltige Energie dank zweier im Rahmen dieses Projekt umgesetzter Kleinwasserkraftanlagen mit Strom versorgt. Zur nachhaltigen Entwicklung in dieser abgelegenen Region im zentralen Hochland von Vietnam, hat „South Pole Carbon“ lokale Infrastrukturen wie Bewässerungskanäle, Brücken und Strassen finanziert. Durch die getätigten Investitionen profitiert die regionale Wirtschaft überdurchschnittlich. Darüber hinaus wurde eine lokale Schule eröffnet, in welcher die Kinder und Jugendlichen der Region kostenlos schulische Bildung erhalten.

Die Meilensteinde des Projekt für die lokale Bevölkerung.

  • Jobs im Betrieb und Wartung der Kraftwerke konnten für die Einheimischen geschaffen werden
  • Co-Finanzierung von lokalen Schulgebäude um die Kosten eine nachhaltigen Entwicklung zu fördern und unterstützenVerbesserungen der regionalen Infrastruktur und Förderung der lokalen Wirtschaft
  • Das Projekt hat die Notwendigkeit Holz zum Heizen, Kochen, und die Beleuchtung zu nutzen reduziert. Der Wald kann sich damit regenerieren und die lokalen Bodenverhältnisse, Hydrologie und Biodiversität erholen.
  • Die regionale Luftqualität konnte durch die Reduktion von Dieselgeneratoren und Holzfeuer verbessert werden.

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Weitere Informationen zu dem Projekt, den weiteren unterstützten Projekten und South Pole Carbon unter:
http://www.accende.ch/nachhaltigkeit

Der Zirkadischer Rhythmus (circadiane Rhythmik)

Die Energie die im Licht steckt und den Einfluss welche dieses auf unseren Körper hat, hat jeder schon am eigenen Leib erfahren, der sich durch UV Licht einen Sonnenbrand geholt hat. Auch die heilende Kraft der infraroten Strahlung ist bei Entzündungen bereits seit langer Zeit ein bewährtes Hausmittel. Ohne natürliches Licht ist unser Körper nicht in der Lage das lebensnotwendige Vitamin D zu produzieren. Fehlt natürliches Sonnenlicht, wie häufig während der Wintermonate in Skandinavien, muss es von aussen in Form von Vitamin D zugeführt werden. Licht ist für Menschen so wichtig, wie es Nahrung ist und auf die sich nicht verzichten lässt. Diese Erkenntnis dringt jedoch erst langsam in unser Bewusstsein vor.

Wie bei der Nahrung, gibt es auch bei Licht unterschiedliche Qualitäten von Licht. Unbestritten ist, dass Kunstlicht andere Auswirkungen auf Lebewesen hat wie natürliches Sonnenlicht. Das kontinuierliche Spektrum des Tageslichts ist zum Leben unabdingbar, es ist das hochwertigste Licht das uns zur Verfügung steht. Doch unser Tag-Nacht Rhythmus hat sich mit der Verfügbarkeit von künstlichen Lichtquellen verschoben. Die wenigsten Menschen stehen mit der Sonne auf und gehen mit dem Sonnenuntergang wieder zu Bett. Wir sind uns gewöhnt, bis spät in die die Nacht unter künstlicher Beleuchtung zu arbeiten uns zu unterhalten und TV zu schauen. Dabei ist es nicht lange her, dass Mediziner einen dritten Rezeptor im Auge gefunden haben. Bisher waren ihnen nur zwei Arten bekannt. Die Stäbchen für die Hell-Dunkel Erkennung und die Zapfen für das Farbsehen. Nun erkannten Sie einen dritten Rezeptor, der für die Steuerung der inneren Uhr im Menschen und der entsprechenden Hormone wie das Schlafhormon Melatonin oder der wachmachenden Steroiden verantwortlich ist. Damit entscheidet er auch über den menschlichen Stoffwechsel, über Gesundsein oder Krankwerden. Der Rezeptor funktioniert auch bei blinden Menschen. Blinde, die sich aus kosmetischen Gründen die Augen durch Glaskörper ersetzen liessen, verloren ihren natürlichen Rhythmus. Er pendelte sich später auf einen 25 Stunden anstatt auf einen 24 Stunden Rhythmus ein.

Der Blaulichrezeptor ipRGC (Intrinsically photosensitive retinal ganglion cells)

Die Entdeckung dieser „Blaulichtrezeptoren“ ist eine revolutionäre Erkenntnis, die neue, tiefgreifende Einblicke auf unseren Körper und dessen natürlichen Vorgänge erlaubt. Wenn nämlich so einschneidende Vorgänge auf den Metabolismus, vor allem durch den kurzwelligen blauen Spektralanteil des Licht, muss dieses neu betrachtet werden. 50 Jahre nach der Entdeckung des Zirkadischen Zykluses gab es endlich einen Beweis dafür, welche Moleküle an der täglichen Eichung des Tag-Nacht Rhythmus beteiligt sind. Seither ist bekannt, dass das Auge nicht nur für das sehen zuständig ist, sondern auch der biologische Taktgeber im Körper ist.

Immer mehr Menschen, greifen am Abend, wenn endlich Ruhe eingekehrt ist und sie Zeit haben nicht mehr zum Buch oder Zeitung, sondern zum Tablet, Laptop oder Smartphone. Sie lesen sich durch Geschichten, für die am Tag keine Zeit war, schreiben Mails, Chatten oder kaufen Online ein. Viele werden dabei festgestellt haben, dass die bleierne Müdigkeit, die Sie eben in die Kissen gedrückt hat, beim Lesen, Wischen und Tippen verloren gegangen ist. Sie sind wieder hellwach und haben einen beschleunigten Stoffwechsel.

 

Young couple with smartphones in their bed

Blaues helles Licht macht wach

 

Ein Grund dafür ist: Die blauen Wellenlängen des Licht, mit dem LEDs Tablet, Laptop oder Handy beleuchten, und uns munter machen. Dabei wird deren Blaufärbung gar nicht wahrgenommen, weil das Auge automatisch eine Farbkorrektur vornimmt. Eine solche „Blaudusche“ macht uns jedoch schnell wach und hat auf den Körper eine ähnliche Wirkung wie Koffein. Das Hormon Melatonin, der Zeiger der inneren Uhr, wird bei Dunkelheit von der Zirbeldrüse im Gehirn ausgeschüttet. Helligkeit hingegen hemmt die Sekretion des Hormons. Neben dieser träge auf Licht ansprechenden, sogenannten zirkadianen Rhythmik signalisiert das blaue Licht: Wachbleiben! Dabei entdeckten Forscher, am Zentrum für Chronobiologie der Universität Basel, dass auch Blinde mit einer 80% Wahrscheinlichkeit sagen können, ob eine Blaulichtquelle auf Sie gerichtet ist oder nicht. Bei anderen Wellenlängen gelingt Ihnen das nicht.

Durch das Verbot der Glühlampen und die grosse Verbreitung der Energiesparlampen und zunehmend auch LED setzen wir uns am Abend zusätzlichen Quellen von blauem Licht aus. Wundert es da, dass immer mehr Menschen unter Schlaflosigkeit und innerer Unruhe leiden? Deshalb raten Wissenschaftler, elektronische Geräte spätestens gegen 21 oder 22 Uhr auszuschalten und wenigstens im Schlafzimmer und auf dem Nachttisch für eine Lampe mit einem ausreichenden Rotanteil zu sorgen.

 

Quellen:

– Buch „Lügendes Licht“ von Thomas Worm & Claudia Karstedt/ Hirzel Verlag
– Spiegel Online „Handys und Tablets: Blaues Licht stört den Schlaf“ – http://goo.gl/F0e8B5
– Wikipedia Beitrag „Circadiane_Rhythmik“ – https://goo.gl/hsDfeS

Der Ikea Zukunftstag oder die Qualität des Licht

Am 6. Juni (2015) ruft Ikea zum Zukunftstag auf. Eine Hauptattraktion der Veranstaltung ist dabei das „Duell der Lichter“. LED gegen Glühlampe, wer gewinnt dieses ungleiche Duell? Eine Randbemerkung soll sein, dass die CFL (Kompaktleuchstoffröhre) bereits auf der Strecke liegengeblieben ist. Warum bloss?

Es dürfte bereits klar sein, wer bei diesem ungleichen Duell den Sieg davontragen wird. Schliesslich werden die Verheissungen von LED und früher Energiesparlampen seit Jahren propagiert und genau fast so lang, hat Ikea den Glühlampenverkauf gestoppt. Denn es steht nichts anderes als „die Rettung der Welt“ auf der Agenda! Dabei scheint völlig unberücksichtigt zu bleiben, ob eine Lampe für die Garage, Keller oder das Wohnzimmer beschafft wird. Doch Licht ist nicht gleich Licht. Licht hat eine eigene Qualität! Die klassische und inzwischen „verbotene“ Glühlampe emittiert dabei das gesündeste Licht. Dies bedeutet nicht, dass LED Licht per se „ungesund“ ist. Die Glühbirne besitzt jedoch das natürlichste und qualitativ hochwertigste Licht.

Wie wird die Qualität des Licht definiert?

Nur bei thermischem Licht (Temperaturstrahler) erhalten Sie das ganze Spektrum des sichtbaren Wellenbereichs von ca. 280 bis 700nm, ebenso starke Anteile im Infrarot und ganz gering UV Bereich (siehe Spektrum am Ende des Text). Damit ist das Licht der Glühlampe das unserem Sonnenlicht am ähnlichste Licht. Neuere Forschungen zeigen, dass vor allem der rote Anteil im Licht für die Gesundheit am Abend sehr wichtig ist. Dafür verantwortlich gemacht wird der sogenannte zirkadische Rhythmus, welcher in der Chronobiologie eine Periodenlänge von rund 24 Stunden bezeichnet. In den Forschungen zeigte sich, dass der Rhythmus über die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin gesteuert wird. Vor allem das blaue Licht von Energiesparlampen und LED steuert der Ausschüttung von Melatonin entgegen. Auch andere Vorgänge des Körpers werden über das Hormon gesteuert. Um einen gesunden und erholsamen Schlaf zu erreichen ist dieses Hormon jedoch sehr wichtig. Das ist mit ein Grund, warum Schichtarbeitende Menschen, mit Ihrem Schlaf oft unzufrieden sind und häufig an Ein- und Durchschlafstörungen leiden. Auch andere Krankheiten und Leiden treten bei dieser Bevölkerungsgruppe signifikant häufiger auf, wie beim Durchschnitt der Bevölkerung.

Die klassische und als veraltet verschriene Glühbirne hat also ihre unbestreitbaren Vorteile. Auch wenn dabei die Energieeffizienz, welches nur eines der zu berücksichtigenden Kriterien sein sollte, schlechter wie bei anderen Lichtquellen ist.

LED oder Glühlampen?

LED werden immer günstiger und leistungsfähiger. Es ist nicht mehr das kalte, blaue, manchmal schummrige Licht, welches diese früher hatten. Die neuesten „LED retroFit Lampen“ (in unserem Sortiment erhältlich), kommen in Aussehen und Lichtfarbe einer Glühlampe sehr nahe. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass die Funktionsweise einer LED einem völlig anderen technischen Wirkungsprinzip entspricht. Sie emittieren Elektrolumineszenz und fallen nicht in die Kategorie der Temperaturstrahler. Es sind elektronische Kleingeräte mit einem Transformator, einem Gleichrichter, einem Kondensator und Kühlkörper, welche in kompaktester Bauweise im Sockel der LED untergebracht sind. Durch deren Funktionsweise entstehen bei allen LED Leuchten elektrische und magnetische Wechselfelder, sowie hochfrequente Wellen. Diese lassen sich manchmal mit der Linse einer Kamera sehen, welche dies als „flimmern“ anzeigt. Auch entspricht das Farbspektrum der LED, auch dass von neuen warmweissen LED, nicht dem Spektrum von Glühlampen und den dekorativen Glühfadenlampen.
Das Fazit des Ikea Zukunftstag sollte also ein Mix aus Glüh- und Glühfadenlampen (Kohlefaden), Halogen und LED sein. Falls Sie Licht für Keller, Treppenhaus oder die Garage wollen, kann es auch eine Energiesparlampe (CFL) sein. Leider scheint zu befürchten, dass man ihnen am Zukunftstag etwas anderes empfiehlt. Denn schliesslich wollen die Produkte auch verkauft sein.

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Glühlampen „Made in Switzerland“

Haben Sie gewusst, dass in der Schweiz eine der letzten verbliebenen Glühlampenmanufakturen in Europa steht? Mit der EU Effizienz Verordnung (244/2009) war absehbar, dass dieses Industrieprodukt mit Tradition Aussterben wird. Den durch das europäische Parlament abgesegneten Kahlschlag überlebten nur wenige, vormals kleine Produzenten. Ein Produzent blieb in Deutschland, einer in Schweden, einer in der Schweiz zurück. Die Arbeitsplätze wanderten nach Fernost ab, die Nachfolger der Glühlampe werden fast ausnahmslos in China produziert. Doch ähnlich wie die Schallplatte welche die CD überleben wird, werden auch Glühlampen ihre vermeintlich moderneren Nachfolger überleben. Zu klein sind deren Vorteile, zu gross wiegen die Nachteile. Licht ist eben nicht gleich Licht.

Dies ist jedoch eine andere Geschichte und wird ein andermal erzählt werden. Hier wird es um die Produktion traditioneller Glühlampen gehen. Wir nähern uns an diesem verregneten Aprilnachmittag von der Autobahn kommend, dem vierstöckigen älteren und unscheinbaren Industriegebäude am Rande des schönen Zugersee. Hier ist sie also, einer der letzten Produktionen von Glühlampen in Europa. Nicht nur herkömmliche Glühlampen werden hier von Hand produziert, auch die dekorativen Kohlenfadenlampen von Accende, sowie Bahn- und Sicherheitslampen, werden von hier aus nach ganz Europa verschickt. Man lebt in der Nische, welche die grossen Produzenten mit ihrem brüsken Produktionsstop der thermischen Lampen hinterliessen.

Alle Glühlampen sind gleich aufgebaut und bestehen aus einem Glas-Sockel, Elektroden, einem hochvergütetem Wolfram-Wendel, einem Glas-Kolben und dem Messingsockel. Auf den folgenden Bildern ist zu sehen, wie die Glaskolben in ihre endgültige Form gebracht und der Kolben mit der Fassung verbunden wird. Verwendet wird ein Spezialzement, welcher den Kolben luftdicht abdichtet. Alle Lampen aus der Produktion werden vor der Auslieferung auf einer Teststation geprüft. Zuerst nur mit leichter Spannung, dann mit Überspannung. Nach ein paar Tagen wird nochmals getestet, ob der Kolben dicht ist, oder die Lampen „Luft ziehen“. So können die hohen Qualitätsanforderungen und die Kundenerwartungen in eine Glühlampe „Made in Switzerland“ erfüllt werden.

Zur Fabrikation des Gestells werden die Elektroden auf Halbautomaten eingesetzt und die Wendelhalterungen ins Gestell eingeschmolzen. Mehrere Halterungen sind deshalb sehr wichtig, damit die Glühbirnen stossfest werden, wie dies z.B. bei der Weihnachtsbeleuchtung, den Deluxe- und Deco- Glühlampen oder bei den stossfesten Standard- und Zierlampen notwendig ist. Bei der Produktion wird der Glühlampenwendel von Hand aufgewickelt. Der Drahtdurchmesser der Wendel beträgt dabei nur ein Zehntel eines Menschenhaares! Dies erfordert, bei Toleranzvorgaben von max. +/- 0.5mm, eine gute Fingerfertigkeit, ein geschultes Auge und viel Geduld.
Übrigens sind im Gegensatz zu ihren Brüdern, alle Bestandteile einer Glühbirne schadstofffrei und können ganz normal über den Hausmüll entsorgt werden. Gerne stehen wir zur Verfügung, falls Sie Fragen zu unseren Produkten haben sollten.

 

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Das „Innenleben“ der Glühbirne wird zusammengeschmolzen

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Das „Filament“ unserer Kohlenfadenlampen wird von Hand aufgerollt.

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Teststation: Zuerst wird nur mit leichter Spannung, dann mit Überspannung getestet.

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Die Kolben werden mit der Fassung verbunden. Es wird wegen den Temperaturen ein Zement, kein Klebstoff verwendet.

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Die Kolben werden in die endgültige Form gebracht.

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Nahaufnahme. Alles wird für optimalen Sitz nochmals erhitzt.

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Die Glasröhrli für die Stege in der Glühlampe.