Die Sache mit der Farbtemperatur und Lichtfarbe erklärt

Über die zunehmende Komplexität beim Lampenkauf haben wir uns bereits an anderer Stelle ausgelassen. Musste man früher nur die Birnenform, die Fassungsgrösse (E14 oder E27) und die Wattzahl wirklich wissen, braucht es heute mehr. Die Einheiten Lux, Lumen und Candela haben wir bereits  <<Hier>> erklärt. Nun möchten wir uns die Lichtfarbe bzw. Farbtemperatur und die Farbwiedergabe etwas genauer anschauen.

 

Der erste Eindruck zählt: Die Farbtemperatur

Die Farbtemperatur wird in der Regel in Kelvin (K) gemessen. Je kleiner der Wert, desto „wärmer“ wirkt die Farbe, je höher der Wert desto „kälter“ wird sie scheinen. Definiert ist sie, als die Temperatur eines gedachten Schwarzen Körper, der sogenannte Plancksche Strahler, der immer stärker erhitzt wird. Er wird anfangen zu glühen, zuerst rot, geht über zu orange und gelb und wird immer blauer und am Schluss sogar weiss glühend werden. Den Effekt in einer Skala übersetzt und bereits haben wir die Lichtfarbe:

 

farbtemperatur-Kopie

Im Alltag verwenden wir normalerweise Lichtquellen mit der Farbtemperatur von 2700K bis ca. 5500K, die sich in Warmweiss, Neutralweiss und Tageslichtweiss unterteilen.

In der Tabelle einige charakteristische Farbtemperaturen:

3345

 

 

Die Farbtemperatur unterschiedlicher LED im Vergleich.:

 

44785

 

 

Der zweite Eindruck: Strahlende Farben im Regenbogen

Eine Lichtquelle, deren Licht alle Spektralfarben enthält, z. B. Sonnenlicht, lässt die Farben der beleuchteten Gegenstände natürlich aussehen. Man spricht auch von einer optimalen Farbwiedergabe. Andere Lichtquellen, wie Natriumdampflampen (orange Strassenbeleuchtung), die Licht nur einer bestimmten Farbe aussenden, verfälschen die Farben der beleuchteten Gegenstände stark. Sie haben eine schlechte Farbwiedergabe.

Um die Farbwiedergabequalität einer Lampe genau angeben zu können, wurde der Farbwiedergabeindex (Ra) eingeführt. Der beste Wert mit der natürlichsten Farbwiedergabe ist Ra=100. Ermittelt wird der Farbwiedergabeindex anhand einer Bezugslichtquelle mit 8 verschiedenen Farbproben. In der Küche ist es zum Beispiel wichtig, dass die Farben „echt“ dargestellt werden, weswegen man hier auf eine sehr gute Farbwiedergabe der eingesetzten Lampen achten sollte. Da Glühlampen einen linearen Farbverlauf haben, haben sie eine sehr gute Farbwiedergabe von Ra=100. Auch hochwertige LED erreichen heute nur eine Farbwiedergabe von maximal Ra=90.

Energiesparlampen und Fluoreszenzröhren liegen bei RA=65–75 und erreichen damit sehr schlechte Werte. Ihre Farbspitzen sind bei grün und blau, weshalb sie diese schlechte Farbverteilung aufweisen.

Auf der Skala einige Farbverläufe von Leuchtmitteln:

spektrum-Kopie

Die Farbwiedergabe wird im Handel auch bewusst manipuliert und die Käufer getäuscht. Das Fleisch soll dabei appetitlich strahlend rot wirken und keineswegs grünlich oder bräunlich erscheinen. Obst und Früchte sollen auch nach Tagen noch strahlend frisch erscheinen. Eine schlechte Farbwiedergabe kann auch unbeabsichtigt dazu führen, dass Produkte wie z. B. Textilien im Geschäft anders aussehen wie bei Tageslicht.

 

Fleisch mit unterschiedlichem Licht angestrahlt:

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Vor wenigen Wochen gab es eine vielbeachtete Kontroverse um ein angeblich rot-schwarzes Kleid, welches unter dem Tageslicht weiss-gold wirkte:

88759

 

Dabei soll es sich um dieses Kleid gehandelt haben:

SCREENSHOT / romanoriginals

 

Wie die Lichtfarbe einen Farbeindruck doch verändern und unser Auge täuschen kann!

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